Auch Urlaub bzw. Ferien sind für Patienten mit Lymphödemerkrankung wichtig. Doch möchten wir vorsorglich auf einige Punkte hinweisen, die man bei einem geplanten Urlaub beachten sollte
Top 7
- 1. Meiden Sie tropische Länder: Feuchte Wärme kann schädlich sein; trockene Wärme schadet nicht.
- 2. Vermeiden Sie «Mückenplagen» (vermeiden von Insektenstichen)
- 3. Hautpflegemittel, ggf. Antibiotika sollten Sie bei sich haben um Wundrosen vorzubeugen.
- 4. Vermeiden Sie lange Immobilisation (langes Sitzen und Stehen).
- 5. Vermeiden Sie körperliche Überanstrengung.
- 6. Vermeiden sie Sonnenbrand.
- 7. Fragen Sie uns wegen Adressen (besonders im Ausland) lymphologischer Zentren.
- um eine Ödementstehung für Ödemgefährdete zu verhindern
- um bei bestehendem Ödem einer Verschlechterung der Schwellung vorzubeugen
Ödemgefährdet ist, wer an der Armwurzel eine Operation (Lymphknotenausräumung von Achsel oder Schlüsselbeingrube) oder Bestrahlung erlitten hat.
Ödemgefährdet ist, wer an der Beinwurzel eine Operation (Lymphknotenausräumung von Leiste, Becken oder Bauch) oder Bestrahlung erlitten hat.
Ziel dieser Verhaltensregeln ist es, am Arm bzw. eine weitere Schädigung der restlichen Lymphgefäße zu verhindern und die Bildung von Lymphflüssigkeit möglichst gering zu halten.
Eine Ödemverbesserung ist meist nur durch die physikalische Ödemtherapie, der Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressionsbehandlung, Entstauungsgymnastik und Armhochlagerung möglich. Die Bandagen oder Kompressionsarmstrümpfe sollten tagsüber dauernd getragen werden. Nachts kann eine leichte Bandage oder ein leichter Armstrumpf benutzt werden.
Ziel dieser Verhaltensregeln ist es, am Bein eine weitere Schädigung der restlichen Lymphgefäße zu verhindern und die Bildung von Lymphflüssigkeit möglichst gering zu halten. Eine Ödemverbesserung ist meist nur durch die physikalische Ödemtherapie, der Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressionsbehandlung, Entstauungsgymnastik und Beinhochlagerung möglich. Die Bandagen oder Kompressionsstrümpfe sollten, außer im Liegen, möglichst dauernd getragen werden. Nachts kann eine leichte Bandage oder ein leichter Kompressionsstrumpf benutzt werden.
Große, kleine und auch wiederholte kleinste Verletzungen führen zur Zerstörung von Lymphgefäßen oder zu Blutergüssen, welche die Lymphflüssigkeitsmenge erhöhen.
- Bei der Küchenarbeit mit spitzen und scharfen Gegenständen (zum Beispiel Messer) Handschuhe, beim Spülen Gummihandschuhe benutzen. Beim Nähen Fingerhut aufsetzen.
- Bei der Blumenpflege und Gartenarbeit wegen der Stacheln und Dornen sowie beim Umgang mit Haustieren wegen der Kratz- und Bisswunden an den Beinen lange Hosen tragen, gegen Verletzungen an der Hand Handschuhe anziehen. Bei Gefahr von Insektenstichen (z.B. Grillpartie am Sommerabend) lange Hosen, Socken und geschlossene Schuhe tragen.
- Beim Baden in natürlichen Gewässern oder im Meer wegen der Verletzungsgefahr durch spitze Steine, Muscheln oder Glasscherben Badesandalen tragen.
- Mückengebiete im Urlaub meiden.
- Beim Arzt keine Blutabnahme am Ödemarm bzw. Ödembein, keine Injektionen, Infusionen oder Akupunkturbehandlungen in den Arm bzw. Bein oder den dazugehörigen Körperquadranten vornehmen lassen. Keine Blutegelbehandlung bei zusätzlichem Krampfaderleiden.
- Keine häufigen Blutdruckmessungen am Ödemarm, die außerdem bei stärkergradigen Armödemen falsch überhöhte Werte ergeben können.
- Bei beidseitigen Armödemen Blutentnahme aus einer Leistenvene empfehlenswert.
- Keine Sportarten, welche die Arme bzw. Beine besonders gefährden wie z. B. Fußball, Hockey, Fallschirmspringen und riskanter Skiabfahrtslauf.
- Beim Sport sind Überanstrengungen der Arme bzw. Beine ungünstig. Nicht überanstrengender Sport ist im Sinne eines Intervalltrainings, d. h. mit einer Pause vor Einsetzen der Muskelermüdung erlaubt, z. B. Tennis, Skilanglauf und Dauerlauf in Maßen. Günstig sind Schwimmen, Gymnastik und Radfahren. Gymnastik und alle Sportarten (außer Schwimmen) möglichst in der Kompressionsbestrumpfung durchführen, da dieses den Lymphabfluss zusätzlich fördert.
- Keine überdehnenden, reißenden oder zerrenden Bewegungen.
- Bei Knochenbrüchen von Arm bzw. Bein oder Blutergüssen manuelle Lymphdrainagebehandlung verstärken
- Zu enge oder schlecht sitzende Schuhe können zu Scheuerstellen oder Druckblasen führen. Kein Barfußgang außerhalb der Wohnung.
- Bei Verkäuferin, Coiffeure: Günstig ist ein Wechsel zwischen sitzender und gehender Tätigkeit. «Liegen und Gehen sind besser als Sitzen und Stehen».
Diese führen durch Zunahme der Lymphflüssigkeitsbildung zur Ödemverstärkung.
- Im Beruf keine mittelschweren, schweren oder mehrstündigen monotonen leichten Arbeiten mit dem Arm verrichten (zum Beispiel am Fließband, Akkordarbeit, Hand- und Maschinenschreiben nur eingeschränkt möglich).
Fragen der Schwerbehinderung, Umschulung, Teilzeitarbeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit mit dem Arzt zu besprechen.- Bei der Hausarbeit keine Überbelastungen. Einkaufstasche mit dem gesunden Arm tragen, eventuell Tasche oder Koffer auf Rädern benutzen.
- Den Arm nicht überanstrengen (z.B. keine schwere Last tragen)
- Dauerndes Herunterhängenlassen des Armes ist ungünstig, weil der Lymphabfluss erschwert wird. «Bergauf fließt die Lymphe langsamer als bergab», daher nachts und zeitweilig auch tagsüber (zum Beispiel beim Fernsehen, bei längeren Autofahrten) den Arm möglichst über Herzhöhe lagern, zum Beispiel auf Armliegekeil.
Die durch Massage erhöhte Gewebsdurchblutung führt zu verstärkter Lymphflüssigkeitsbildung. Außerdem besteht die Gefahr der Blutgefäßzerreißung mit Blutergussbildung (Hämatom).
- Keine Massagen oder Massagegeräte am Ödemarm und zugehörigen Körperquadranten anwenden. Massagebehandlung der anderen Schulter sowie von HWS und BWS nur in Kombination mit Lymphdrainagebehandlung des Ödemarmes durchführen.
- Massagen oder Massagegeräte nicht am Ödembein anwenden. LWS-Massagen nur in Kombination mit manueller Lymphdrainage.
Diese führt zu gesteigerter Lymphflüssigkeitsbildung.
- Urlaub in heißen Ländern wegen Hitze und längerer Sonnenbestrahlung mit Sonnenbrandgefahr ungünstig. Sonnenbestrahlung nur erlaubt, wenn Strahlenintensität nicht zu groß, nicht zu heiß und nicht zu lange. Achtung vor Verbrennungen, auch beim Zigarettenrauchen. Besonders beim Kochen oder Bügeln Handschuhe benutzen.
- Warmwasserbad und Thermalbad nicht über 33°-34°, günstig 25°-28°.
- Keine heißen Packungen, Kurzwelle oder Heißluft (Friseurtrockenhaube) auf Ödemarm oder zugehörigen Körperquadranten. Anwendungen an der anderen Schulter oder an HWS und BWS nur in Kombination mit Lymphdrainagebehandlung des Ödemarmes.
- Sauna kann ungünstig sein, daher vorsichtig ausprobieren.
- Bei Fußbodenheizung isolierende oder offene Schuhe benutzen, z. B. Sandalen.
Starke Unterkühlungen und Erfrierungen führen zu Blutgefäßwandschädigungen, die bei der nachfolgenden Wiedererwärmung mit verstärkter Durchblutung zu gesteigerter Lymphflüssigkeitsbildung führen.
- Hände: Warme Kleidung mit dicken Handschuhen empfehlenswert.
- Füsse: Im Winter sind warme Socken und warmes Schuhwerk empfehlenswert.
Diese führen zu einer starken Erhöhung der Lymphflüssigkeitsbildung, besonders bei bakteriellen Entzündungen.
- Die Wundrose (Erysipel) ist eine durch Streptokokkenbakterien hervorgerufene Entzündung; sie ist die häufigste Komplikation des Lymphödems. Zur Erysipelprophylaxe 4-6-mal täglich ein Desinfektionsmittel auf jede Bagatellverletzung des geschädigten Armes über mehrere Tage auftragen. Beim Auftreten eines Erysipels (Schwellungszunahme, Rötung, Schmerzen, Fieber) Penicillinbehandlung, bei Penicillinallergie ist eine Erythromycin- oder Tetracyclinbehandlung angezeigt. Desinfektionsmittel und Antibiotikum zu Hause und im Urlaub immer bei sich haben.
- Pilzerkrankungen des Armes und der Hand intensiv mit entsprechenden Salben oder Lösungen behandeln. Bei trockener Haut zur Hautpflege leicht saure Salbe verwenden.
- Fußpilz (besonders zwischen den Zehen) intensiv mit entsprechenden Salben oder Lösungen behandeln.
Bei trockener Haut zur Hautpflege leicht saure Salbe.
Ekzeme führen zu einer Erhöhung der Lymphflüssigkeitsbildung.
- Allergisierende Kosmetika, Hautmittel und Medikamente meiden. Bei berufsbedingter Allergie Berufswechsel mit Arzt besprechen. Ekzeme konsequent behandeln.
- Vorsicht vor einengender, einschnürrender Kleidung.
Fettmassen führen zu einer Komprimierung von Lymphgefäßen, so dass der Abfluss zusätzlich behindert wird.
- «Fett und Lymphe vertragen sich nicht», daher Gewichtsabnahme bei Adipositas.
- Eine besondere Lymphdiät gibt es nicht. Die Kost sollte gemischt sein mit vielen pflanzlichen Anteilen. Kochsalzarme Ernährung ist günstig, die Trinkmenge bedeutungslos.
- Nikotin verschlechtert ein Lymphödem nicht, ist jedoch grundsätzlich gesundheitsschädlich.
- Alkohol kann ein Lymphödem vorübergehend verschlechtern.
Operationen führen zu Zerstörungen von Lymphgefäßen und somit zu verschlechtertem Lymphabfluss, daher nur bei lebensnotwendiger Operation erlaubt.
- Im Anschluss an eine Operation manuelle Lymphdrainagebehandlung intensivieren, eventuell stationäre Lymphdrainagebehandlung in einer lymphologischen Fachklinik.
- Bei Fehlstellung der Füße und bei Fußsohlenödem Schuheinlagen benutzen.
- Dauerndes Herunterhängenlassen der Beine ist ungünstig, weil der Lymphabfluss erschwert wird. ,,Bergauf fließt die Lymphe langsamer als bergab", daher nachts und zeitweilig auch tagsüber (z. B. beim Fernsehen, bei längeren Autofahrten) das Bein möglichst hochlagern (Beinliegekeil). Fußende des Bettes ca. 10 cm hochstellen.
Vermeiden sie einengende, einschnürende Kleidung
Die restlichen Lymphgefäße werden eingeengt, besonders die oberflächlichen an der Haut, und so der Lymphabfluss behindert.
- Keine abschnürenden Ärmel. Bei schwerer Silikon-Brustprothese entsteht Zug am BH-Träger, der die Lymphgefäße auf der Schulter abklemmen kann. Daher leichte Brustprothese aus Schaumstoff oder kombiniert aus Schaumstoff mit Silikon. Eventuell breites Schiebepolster unter BH-Träger oder Spezial-BH mit breiten Trägern. Hochrutschen der leichten Brustprothese kann durch eingenähte BH-Tasche oder Spezial-BH verhindert werden. Eventuell brustverkleinernde Operation an der anderen Seite erwägen.
- Keine abschnürenden Hosen, Socken, Strümpfe oder Strumpfbänder. Keine zu engen Gürtel oder Korsett. Männer sollten Hosenträger benutzen.
- Schulterriemen der Handtasche auf gesunder Seite tragen.
- Armbanduhr, Armreifen und Ringe müssen locker anliegen.
Dieser Beitrag wurde von der SGL mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Dr. med. U. Herperztund PD Dr. med. Leo Clodius zusammengestellt.